Fein verpresster Kalkputz oder Stucco erzeugt einen tiefen, seidig schimmernden Schein, der Licht nicht hart zurückwirft, sondern zart aufblühen lässt. Diese Oberflächen wirken tagsüber lebendig, abends warm. In einem Berliner Altbauflur verwandelte eine polierte Kalkwand eine düstere Durchgangszone in einen freundlichen Korridor, der das Fensterlicht zweimal sichtbar macht: als sanfte Aura in der Fläche und als ruhigen, gezielten Reflex entlang der Kante.
Spiegel vervielfachen Licht, sollten jedoch Blickachsen bewusst aufnehmen, damit sie nicht Unruhe erzeugen. Strukturierte Gläser streuen Helligkeit weich, Metallakzente lenken Funken an gewünschte Punkte. Kleine Messingdetails an Leisten oder Griffen genügen oft. Entscheidend ist, Reflexe nicht zu häufen, sondern zu choreografieren: ein klares Zentrum, wenige Gegenspieler, und dazwischen matte Bereiche, die den Raum beruhigen und die Helligkeit tragen.
Helle Hölzer mit leichter Maserung reflektieren weich und bringen Wärme, während fein polierte Fliesen das Tageslicht stärker zurückwerfen. Beides kann funktionieren, wenn Decke und Wände entsprechend abgestimmt sind. Niedriger Flor oder gewebte Teppiche absorbieren übermäßige Reflexe in Sitzbereichen und verhindern Blendung. So entsteht eine gut austarierte Bühne, auf der Licht zirkuliert, statt an einer dunklen, stumpfen Bodenfläche zu versickern.
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